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Jørgen Kube
Fotografien
März 2006
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Maria mit Kind, 2004
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Die Ausstellungseröffnung
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1. Kube im KUBO Jørgen Kube stellt seine Fotografien im KUBO aus, ein Konzentrat seiner fotografischen Entwicklung. Jørgen Kube studiert seit 2001 an der Bremer Hochschule für Künste bei Prof. Peter Bialobreski und Wolfgang Zurborn. Wir vom KUBO freuen uns über diese Ausstellung, wir freuen uns auch über den enger werdenden Kontakt zur Hochschule, und darüber, dass KUBO ein Ausstellungsort für die Studenten, die Absolventen und die Künstler in Sachen Fotografie ist.
2. analoge
Fotografie
3. Inszenierung
und Standpunkt Jørgen Kube betreibt inszenierte Fotografie, er wählt und arbeitet nach Themen. Er setzt diese in seine Bilder.
4. zuhause Jørgen Kube porträtierte aus zentraler Perspektive Menschen auf ihren Sofas. Deren Häuser oder Wohnungen wurden in den 50er, 60er, 70er, 80er oder 90er Jahren erbaut. Die Porträtierten wohnen seit Anbeginn dort, also seit 50, 40, 30, 20 oder seit 10 Jahren. Sind sie ihrem Stil treu geblieben? Sitzen sie auf den Trends jener Jahre? Wo ist der Tisch? Jørgen Kube belichtet mit dem Blitz, also keine stimmungsvolle Beleuchtung des Wohnzimmerlebens. Sämtliche Attribute pur. Und keine smilenden Personen – wie macht man das? Diese Bilder sind einerseits die Selbstpräsentation der auf dem Sofa Sitzenden und zugleich das Blickangebot des Fotografen: Interpretierende Porträts mit den Mitteln des in Szene gesetzten Dokuments. 5. Die Heiligen im ParadiesNatürlich sind die Heiligen im Paradies. Mehr Anrechte hat wohl niemand. Sie haben ihre wertvolle Arbeit hinter sich und genießen das Picknick im Freien. Sie lassen es sich gut ergehen auf der Wiese, in der Pflanzen- und Blumenpracht, selbst wenn einige leicht entrückt von der nahen Wirklichkeit ins Nichts schauen. Jørgen Kube schafft es, mit seinen inszenierten Fotos am Klischee und am Kitsch vorbeizuschrappen. Aber er muss sich von diesen berühren lassen, denn das Paradies ist ohne Klischee gar nicht existent. Es ist eine Kunst, dem Paradies eine diesseitige Variante jenseits von Kitsch hinzuzufügen. Das gelingt Jørgen Kube, weil er in seinen Inszenierungen die Klischees reduziert einsetzt, und zum Beispiel die gewöhnliche Kleidung “dagegenrechnet“. Nun aber zu den eigentlichen Heiligen. Sie beeindruckten Jørgen Kube auf einer Italienreise. Ein Freund verfasste eine Diplomarbeit zu den Heiligen, und so wurde kaum eine Kapelle mit Heiligendarstellungen ausgelassen. Vor diesem Hintergrund entstand die Serie “die Heiligen“. Jørgen Kube übersetzt die Attribute bedeutsamer christlicher Heiligenfiguren in die heutige Zeit. Er „versucht dabei, ihre magische Aura und Schönheit zu bewahren“. Heilige sind besondere Vorbilder für die Gläubigen – durch ihr Leben, aber auch häufig durch ihr Sterben als Märtyrer. Die Heiligen können Fürsprecher im Himmel sein, sie sind kein Gott, aber stehen über den Normalgläubigen. Den millionenfach dargestellten Heiligenfiguren stellt Jørgen Kube die alltäglichen Versionen der heutigen Menschen hinzu. Er nimmt die Diskrepanz der christlichen Figuren auf, wie sie oft angesichts grausamer Ermordung in Reinheit und Schönheit als Märtyrer erglänzen, Qual und Leid hinter sich lassen und so das Überirdische verkörpern. Die Gedärme des Erasmus, die herausgerissenen Augen der Lucia, die enthauptete Dorothea - mag sein, dass die Engel und Kinder dagegen Trost spenden, oder dass aus dem Laptop freudigere Kunde als aus den Schriftrollen des Johannes tönt. Hoffen wir, dass der Nimbus, der Lichtschein, den Jørgen Kube um die Maria mit Kind hinterleuchtete, auch wirklich ein Heiligenschein ist.
6. schöne Wahrheit Jørgen Kube versucht mit seinen Porträts, durch die Oberfläche hindurchzu-fotografieren. Ich glaube, es gelingt ihm. Wir erkennen vielleicht nicht die Wahrheit, aber wir sehen das Bemühen um Wahrhaftigkeit, mit der die Modelle und der Fotograf sich präsentieren. Und das ist keine Oberfläche.
7. unheimlich Jørgen Kube hat gefragt, „wo fühlt Ihr Euch unwohl ?“, „was ist Euch unheimlich ?“. Heraus kamen nächtliche Parkplätze unter Hochstrassen, oder einsame Orte: Gruselig, unheimlich, gefährlich, aber auch interessant, Orte, an denen sich Geister aufhalten könnten. Schauen wir uns ein Foto näher an. Unter den Hochstrassen, die leeren Parkplätze, nachts. Das grelle weiße Licht trifft auf diesen Baum, der so unwirklich steht, als ob er verbleichen wolle. Und wer hat eigentlich die Plakatwand mit weg.de auf die rechte Seite gestellt? Wenn das keine Inszenierung ist! Die Kunst dieser Fotos besteht darin, die Orte so darstellen zu können wie die Befragten sie empfunden haben. Ein etwas verändertes Licht, ein anderer Aufnahmewinkel und schon könnte der Ort ganz ohne Grausen sein.
7a. die
Überraschung
7b. zweite
Überraschung Dr. Detlef Roth |
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