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monika
b. beyer
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[ nichts als eine vorstellung
] vom 22.-24. September 2006 im KUBO Eröffnungsrede Dr. Detlef Roth Klicken Sie auf ein Bild, um es größer anzuzeigen. |
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"resolume #3" (videoinstallation) • "engelshierarchie 1-7" (malerei) • "EIEI " (objekt) • "G-punkte_paris_sacre coeurs" (fotografie) [ nichts als eine vorstellung ] - im doppeldeutigem sinn - ist als reine vorstellung gleichsam interessant wie angst einflößend - ist doch der mensch sein leben lang unterwegs, standortbestimmungen zu treffen, um dem allgegenwärtigen NICHTS ALS EINE VORSTELLUNG etwas GÜLTIGES entgegen zu setzen - doch das eigene tun, inhaltlich wie äußerlich formal, entspringt der eigenen vorstellung - das NICHTS wirkt ein leben lang / und vielleicht darüber hinaus, als korrektiv. ALLES SIND NOTATIONEN VOM MÖGLICHEN! dies als ausgangspunkt meiner arbeit, in der das wechselspiel zwischen dem NICHTS - also der n i c h t p o l a r i t ä t = dem aufgesogen werden, n i c h t a b s t a n d haben - UND der bewußtwerdung, dem auswerten, der p o l a r i t ä t im mittelpunkt steht. (monika b. beyer) Die Ausstellungseröffnung Die Eröffnungsrede
1. Ein
einfacher Ausstellungstitel „Die Welt ist meine Vorstellung“, sagt der Philosoph Schopenhauer. Die Welt erscheint uns, sie ist nicht. Sie findet also im Kopf statt. Vor der Vorstellung gab es eine Erfahrung, gab es eine Wahrnehmung, eine Überlieferung, die nun als Erinnerung im Kopf weitergedacht wird : zu einem bildhaften Gedanken, zu einem Gedankenkonstrukt. „Wir erfinden die Welt“, so sagen die radikalen Konstruktivisten in ihrer Erkenntnistheorie. Die Welt könnte also auch ganz anders sein, wir stellen sie uns ja nur vor. Nichts als eine Vorstellung ! Wir nehmen etwas wahr, wir machen uns ein Bild, und wir bauen unsere Welt mit diesen Bildern, - aber es bleibt die Unsicherheit, ob nicht die Realität ganz anders sei. Oder auch dass die Welt gar nicht da wäre, wenn wir sie uns nicht vorstellen würden. Eben das Nichts! Soweit die philosophischen Berührungen, nun noch eine alltagsgewöhnliche Auffassung. „Nichts als eine Vorstellung“ benennt auch die Vorläufigkeit einer Idee gegenüber der so genannten harten Realität. Die Vorstellung könnte noch reine Planung sein, oder eine Fiktion, oder auch nie Wirklichkeit werden. Das Thema „Nichts als eine Vorstellung“ bildet den Ausgangspunkt und die gemeinsame Klammer der vier Teile dieser Ausstellung von Monika B. Beyer, die aus Videoinstallation, Malerei, Objekten und Fotografie besteht.
2. [resolume_#3]
und „wohin mit dem erweiterten Horizont ?“ Was sind das für Betitelungen? Resolume klingt nach Re, also wieder, und nach volume, also Volumen, eine Gesamtmenge. Es folgen Tastaturzeichen, nämlich Unterstrich und Raute und die 3. Der Titel entziffert sich als eine inhaltliche Bezeichnung. Denn es handelt sich um gesammelte Ton-/Bildfragmente, die mit eigenen Sequenzen kombiniert, wieder- und neu zusammengeschnitten werden. Brechungen und Verknappungen sowie das Fiepen und Rauschen auf der Tonspur machen die Betrachtung zu einem unwirklichen Filmgenuss. Wir erahnen eine Gesamtheit an Ausgangsmaterial, Schnipsel aus Filmen, die uns bekannt sind oder bekannt vorkommen. Wir versuchen, eine zeitliche Reihenfolge hinzubekommen, aber schon nach einer Sekunde fehlt uns der Anschluss, ist eine neue Sequenz zu sehen, oder es fehlt der Ton bzw. ein scheinbar falscher Ton läuft zum Bild. Unser Kopf bemüht sich um Eindeutigkeit, ist aber ständig auf der falschen Frequenz, auf dem falschen Kanal. Erst das gedankliche Loslassen, erst die eigene Erfindung hilft weiter, - macht neugierig auf etwas, was jenseits der Informationsfluthäppchen liegen könnte. Stellen wir uns vor, wir wären andere Lebewesen aus dem Weltall und sähen diese Videoinstallation. Wie komprimiert, zerhackt oder rasend käme uns das lebendige Filmmaterial vor und stünde es dem Puppenkopf sowie den schriftlichen Gedanken gegenüber ? Der Puppenkopf scheint die Konstante zu sein. Die Welt bestünde aus Ruhe und bewegten Einzelbotschaften. Kein Zweifel für die Außerirdischen, dass Unterstrich und Raute der Code zum Entschlüsseln wären. „Nichts als eine Vorstellung.“ Als Erdenbewohner sehen wir vielleicht einen Kurzschnitt unserer westlichen Zivilisation, vielleicht auch den Unsinn von Informationsbildern. Wahrscheinlich auch die Vergänglichkeit unserer medienalltäglichen Wichtigkeiten. In jedem Falle erinnern wir uns. Wir können uns den Schlagern der 60er Jahre nicht entziehen, wir kennen sie. Und wir kennen die „versprechenden Bilder“ von der Neuen Welt, aus Amerika. Die Befindlichkeit unserer Gesellschaften geht von Heintje bis zu den Kriegsbildern, vom „großen Gewinn“ bis zum Schwarzwaldkäfer, der im klimatisierten Luftsack lebt. Sind die Menschen wirklich intelligente kreative Wesen ? - „Nichts als eine Vorstellung.“
3.
EIEI Die Hamsterfellobjekte hängen als Pärchen an der Wand. Eiei verbinden wir mit Streicheln, Behutsamkeit, Beschützen. Wenn man vorsichtig pustet, fliegen die Hamster beinahe weg. Die Empfindlichkeit teilt sich im Lufthauch mit. Mit dem offenbar Verletzlichen gehen wir vorsichtig um, wenn es als Kunstobjekt oder im Kinderzimmer als kleiner Hamster auf der Welt ist. Aber sonst?
4. „G.-punkte“ Warum sollten wir diese Version glauben? Entschlüsseln sich die Hieroglyphen oder zeichenhaften Formen auf Stein nicht eher als eingeschlossene fossile Strukturen oder Bemalungen. Und wären diese Einschließungen nicht wertvoller als die vergänglichen Spuren der trampelnden Touristen ? Aber bitte, wer Schuhabdrücke und Sohlenrillen sehen möchte, bitte schön. Eben „nichts als eine Vorstellung.“
5.
„engelshierarchie 1-7“ Engel sind Boten des Himmels. Je mehr Flügel, desto höher stehen sie in der Hierarchie. Vom Seraphim zum Erzengel. Monika B. Beyer zeigt uns ihre hierarchische Anordnung und Vorstellung von Engeln. Sie will uns unsere Engelsbilder quasi aus dem Kopf ausbildern. Wir sehen ein Bildangebot von 7 x 7 Zeichentafeln. Die Sieben wird auch Zahl der Vollkommenheit genant. Nehmen wir die 7 x 7 Zeichen als Engel, betrachten wir sie als Schutzengel. Diese stehen auf der untersten Kategorie und sie stehen uns Menschen am nächsten. Das ist eine freundliche Vorstellung. Und kommt überdies den „heiligen“ Bienen aus dem frühen Ägypten entgegen.
6.
Bild und Schrift Lawrence Weiner, ein amerikanischer Künstler, schafft seit den 60er Jahren Skulpturen mit dem Mittel der Sprache. In einem Interview (1972) rechtfertigte er die Konzentration auf das sprachliche Material damit, dass "die sauberste Art und Weise der Präsentation (einer Idee und ihrer Umsetzung) die verbale Information ist." (art-edition) Weiner beschriftet zum Beispiel Wände und lässt die Aussagen im Kopf des Lesers zu Skulpturen werden. Sie kennen bestimmt die Schrift an dem Museum Weserburg – „AUF SAND GEBAUT …“ Weiner steht für den sehr konsequenten Umgang mit der Auffassung, dass ein Bild im Kopf entsteht. Monika B. Beyer verlässt sich ebenfalls auf den Kopf des Betrachters, aber sie geht den umgekehrten Weg. Sie bietet Bilder an und bezeichnet diese, - jedoch so, dass sie vorhandene Codes, Ideen und Spracherklärungen infrage stellt oder hinterfragt. Sie schiebt in ihre Bilder oder Filme Textfragmente ein, und schiebt so das Bild im Kopf in ein bereits angebotenes Bild. Das muss ja irritieren! Damit öffnet sie den Weg zu veränderten Vorstellungen über etwas.
7. der
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